Darf sich ein Bischof oder Priester bei seiner Verkündigung auf die Bibel berufen? 

Dumme Frage.  Natürlich. 

Darf man auch von ihm erwarten, dass er sich zuvor über die theologischen Zusammenhänge informiert?

Hoffentlich!

Von dem jüdischen Religionswissenschaftler Pinchas Lapide  (1922-1997) stammt das Wort:

 „ Es gibt im Grunde genommen nur zwei Arten des Umgangs mit der Bibel. Man kann sie wörtlich nehmen oder man nimmt sie ernst.“

Eine Weisheit die auch heute gilt. Mehr denn je.

 

 

 

HUMANE ARBEITSWELT, WANN ?

 

Das geht schon lange so:

Erwerbsarbeit wird gehandelt als Schlüssel 

zu Wohlstand, Glück, Anerkennung, Ehre.

Aber: Erwerbsarbeit ist Marktware.

Und : Seit lange werden Menschen gebraucht, verbraucht, 

missbraucht, gekündigt, entwürdigt.

 Für Niedriglohn, für Hungerlohn.

Und: Erwerbsarbeit ist Mangelware.

Viele sind auf der Suche

stehen an, bieten sich an,

unermüdlich 

und gehen leer aus.

Selber Schuld, sagt man.

Wer sucht, der findet, sagt man

Draussen vor allen Türen stehen sie;

fühlen sich unnütz,

ohne Ansehen, Sozialstatus, Selbstwert

arm, elendig, einsam, resigniert.

Prekär, sagt man.

Keine ordentliche Ware, sagt man

Humane Arbeitswelt: die gab es bisher nur

als Idee, als Forderung, als 1. Mai-Schrei… 

 

Und nun: die Digitalisierung.

Bedeutet sie: mehr Arbeitslosigkeit, 

mehr Ausschluss, mehr Abseits, mehr Armut, 

mehr Wut, mehr Populismus, mehr Fremdenhass…

 

Oder verhilft sie zum Nachdenken über 

eine Humanisierung der Arbeitswelt’

Ein Traum? 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Soziale Marktwirtschaft... ein Traum?

Dieses von allen Tribünen herab lauthals

beschworene Zauberwort. 

Dieses hoch gepriesene Leitbild einer gerechteren Gesellschaft,

in der die Reichen Verantwortung tragen 

und die einfachen Menschen teilhabend und zufrieden sind.  

 

Bis heute aber

ein ausgelaugtes und pervertiertes Konzept.

Immer wieder missbraucht 

zur Übertünchung ungleicher Machtverhältnisse

zwischen Kapital und Arbeit. 

Eine Fahne immer wieder hochgezogen 

um politische Macht- und Hilflosigkeit  zu vertuschen.

 

Soziale Marktwirtschaft, 

ein Traum oder Modell und Grundgedanke 

für eine gerechtere Gemeinwohl-Gesellschaft?

Ein Wirtschaftsgefüge

leistungsfähig, frei und human?

Mit regem Wettbewerb. 

Gebunden an starke demokratische Staaten,

die untereinander kooperieren 

und für sozialen Ausgleich sorgen.

Getragen von solidarischen Sozialpartnern.

in wahrhaft sozialgerechter Gestaltung

und im Dienst der Menschenwürde.

Existenzsichernde Arbeitsplätze für jeden

mit gerechten Löhnen.

Unternehmen mit humanen  Arbeitsbedingungen.

Mitbestimmende Teilnahme der Arbeitnehmer in den Unternehmen.

Sozialverpflichtung des Eigentums. 

Soziale Einkommenssicherung für Nicht-erwerbsfähige 

und Schwache in der Gesellschaft…

Und: Erwerbsarbeit steht vor dem Ergebnis spekulativer Finanzgeschäfte.

Ein Traum...

 

 

 

 

OSTERN

 

Osterhase, Ostereier, Osterbal, Osterkrimi ..!

Ostern ausgedehnt auf fremde Inhalte, Bräuche, Amusements, Geselligkeit, Motorradausstellung..!

Ostern Fest der Auferstehung Christi…

Für die meisten Leute ohne Frage, ohne Sinn…

Kann es sein, dass der Mensch seinen Mythos, sein Bezogensein auf ein Unendliches verloren, vegessen hat?

Wo finden die heutigen Menschen die Kraft, sich den grossen Themen von Leben und Sterben hinzugeben und durchzuleben? Etwa in den Ritualen der Osterliturgie…?    

Wie suchen sie nach ihrem höchsten Wert, wie fragen sie nach ihrem letzten Sinn?

Wie enthoben, fernfremd ist ihnen das transzendente Phänomen Auferstehung…?

Wohin verschwindet der Durst nach Weiterleben, nach dem „lebendigen Wasser der Ewigkeit“?

Welches Echo davon lösen die biblischen Bilder noch aus? Anders gefragt: was hilft einem Menschen, dass Jesus auferstand und Magdalena erschien, wenn ihm ein solches “Sehen“, eine solche Bewusstwerdung verschlossen bleibt?

Vielleicht weil man „Auferstehung“ immer als eine „ferne Sache von gestern oder von morgen“  sieht und nicht als „etwas von jetzt“, das unser Leben verwandelt, orientiert, trägt …!     

 

 

Was bestimmt?

 

Soll Vergangenes unser Leben ob persönlich oder gesellschaftlich bestimmen, alte Philosophien, alte Schriften, überkommene Gebräuche …? 

Bestimmen, nein - inspirieren zum Weiterdenken, ja…

Und, weshalb sollte die Freiheit des Marktes  unsere Wirtschaft bestimmen?

Und weshalb sollten einmal gezogene Grenzen unser Zusammenleben bestimmen ?

Und die Alles-oder Nichtsmoral, die immer weniger den realen Verhältnissen gerecht wird und neues Leben und Zusammenleben vieler Menschen einschränkt, belastet und quält…?

Weisheit für heute ist gefragt. 

Und Verstand, Vernunft, Einfühlsamkeit, Barmherzigkeit…