Hoffentlich wird es eine echt katholische Veranstaltung in der die hohen, berufenen Herren alle Angst voreinander überwinden, um in der Freiheit geistiger Erkenntnis und Ehrlichkeit miteinander zu reden und aufeinander hören. Vor dem Papst brauchen sie sich jedenfalls in dieser Synode nicht in Acht zu nehmen. Dieser möchte doch, dass die Synodalväter sich in einer offenen Debatte auseinandersetzen, ja streiten.

Es geht um Fragen, die das Leben und Zusammenleben der heutigen Menschen zutiefst betreffen, die aber die katholische Kirche mit einer starren und dogmatisierten Moral belegt. Diese von der Normalität menschlichen Lebens abgehobenen, durch göttliche Erwählung hochgehobenen, in barocken Gewändern sich bewegenden hochwürdigen Männer sind berufen,  sich mit den Fragen der Sexualmoral und den modernen Lebens- und Daseinsformen heutiger Menschen ordnend zu befassen: Ehen ohne Trauschein, geschiedene Ehen, Zweitehen, Patchworkfamilien, Homosexuelle Partnerschaften...

Es ist ein scharfer Konflikt, der seine Basis im Umgang mit der Heiligen Schrift und dogmatisierten als unveränderlich erklärten Festlegungen im Bereich der Familie findet. Ich bin gespannt, welchen Ablauf die Synode nehmen wird und ob sich etwas an den wie festgeeisten Fragestellungen bewegen wird. Bei mir überwiegt der Zweifel, dass sich Grundlegendes und damit für zahlreiche Christen Befreiendes an der kirchlichen Lehre verändern wird. Zu hart sind  die Fronten. Zu tief sitzen die Ängste voreinander.

Vielleicht mündet ja dieses großangelegte Geschehen wieder in einem Aufruf zum gütigen und barmherzigen Umgang mit straffälligen und deshalb ausgeschlossenen Brüdern und Schwestern. Trotzdem bleibt die Hoffnung, dass die katholische Kirche in der heutigen Welt und bei den  suchenden Menschen  ankommt.             

 

 

¨Wir haben die Krise im Griff. Ihr Ende zeichnet sich ab!"

So hörte man. So hoffte man.

Frisch gemästet vom Geld der Allgemeinheit,

steht das alte Casinogeschäft vor neuer Blüte.

Erneut laufen sich die Geldjongleure in den Startlöchern warm.

Und in den oberen Rängen füllt man sich bereits wieder die Taschen mit Beutegeld.

So als hätte diese abgehobene, maßlose, gierige Klicke nichts hinzu gelernt.

 

Die Großen der Politik tun sich schwer mit neuen Regelungen für die Finanzwelt.

Es gibt zwar bemerkenswerte, entschlossen mutige Reden.

Noch immer aber  fehlt das politische Rückgrat, das Durchsetzungsvermögen und die Tatkraft.

Ganz besonders aber mangeln sichtbare Ansätze eines Umdenkens:

Götze Wachstum soll es erneut richten; mehr Produkte, mehr Fortschritt, mehr Waren, mehr Rendite...

Mehr, mehr, mehr: das bleibt die Losung.

 

Ungebrochen und massgeblich bleibt die geheime Macht der Finanzbarone.

Irgendwie sitzen sie immer mit im politischen Boot.

Als Berater, als Kumpane, als Genossen, als Freunde, als Wohltäter, als Wahlhelfer, als Lobbyisten...

 

Derweilen frißt sich die Krise weiter

bis in die kleinsten Verästelungen der globalisierten Welt.

Sie schädigt, ruiniert und zerstört die Lebensgrundlagen unzähliger Menschen.

Nahrung, Wohnen, Wasser, Boden, Natur und alle das Dasein tragende Güter,

werden weiterhin mißbraucht als Objekte des Geschäfts und des Profits

Oben ein endloses, sinnloses Prassen,

unten Hunger, Krankheit, Elend, Not und Krieg

dazwischen ein unersättliches Jagen nach neuem Genuss...

 

In der Bibel (Amos 8, 4-7) steht: ¨Hört dieses Wort,

die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.

Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen.

Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen,

 den Preis grösser machen und die Gewichte fälschen.

Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein Paar Sandalen die Armen.

Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.

Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: keine ihrer Taten werde ich je vergessen.¨

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim plötzlichen Tod eines Freundes, der katholischer Priester war, kamen mir folgende Gedanken.

Schon lange- auch in eigener Sache- verspüre ich den Drang mich zu Umständen, Missständen und Abläufen in meiner katholischen Kirche zu äussern. Ich werde es fortan tun. Ohne Anklage. Aber deutlich, aus meiner Einsicht  und in erkämpfter geistiger Freiheit.

 

Seine letzte Zeit war ein Sich-Schleppen,

der Lebensnerv, die Existenzfreude waren weg.

Er war 74 Jahre alt und seine Aufgabe war grösser denn je.

Durchhalteparolen aus seinem Innern,

eingegossen, aufgetragen, ins Herz geweiht,

aus göttlich beauftragter, hehren, geheiligter Höhe.

Zuspruch von Freunden, Erwartungen der Gläubigen,

Durchhalteparolen der Obrigkeit, 

Mangel an Veränderungskraft, Müdigkeit...

Da kam die Erlösung, die Befreiung, der Hinübergang.

Ohne Siechtum, ohne Schmerzen, ohne Zerrüttung, ohne Geistesverlust.

Inmitten seiner Freunde , seiner Leute, seiner Kirchen, seines Wirkens...

Da lag er tot, im Frieden, im Leben, in der Auferstehung, in Gott.

Allenthalben Erwachen, Aufregung, Trauer, Bedauern, Schmerz,

Nachrufflut, Glockengeläute, Lobeshymnen, Bischofsworte...

 

Müssen katholische Priester so leben?

In Hingabe bis zum letzten Atemzug, ausgebrannt, in leiblicher Qual,

in geistiger Pflicht, überfordert räumlich, zeitlich...

Fronarbeiter einer Institution.

Eingeschworen bis ans Ende ihres Lebens.

Notwendig, verpflichtet bis zum letzten Atemzug. 

Braucht die katholische Sache Gottes, der Gott des Evangeliums,

zölibatäre Lebensopfer?

Was für ein Gottesbild wird so verkündigt?

Ein Gott der Männer beruft und auserwählt,

um sie in eine "Mannschaft" einzugliedern,

mit Haut und Haaren, mit Körper und Seele,

ohne Familie und Nachkommenschaft.

Dafür gezeichnet mit unauslöschbarem Merkmal für immer und ewig.

Als hochwürdiger Diener der Kirche,

unterworfen dem römisch-katholischen Kirchenrecht,

damit Kirchenmacht sich weltweit ausbreitet...

Alles für den Dienst am Evangelium des Jesus von Nazareth!?