KREISLAUF-WIRTSCHAFT

 

Die Wachstumswirtschaft: 

mehr Wettbewerb, mehr Wachstum, mehr Freiheit, mehr Profit, mehr, mehr

So regeln sich alle Probleme: Arbeit, Besitz, Armut, Bildung, Klima…

So tönte es bisher selbstsicher und mit flinker Zunge

mitten hinein in das Gerede von sozialer Marktwirtschaft, 

dieses einst  als erfolgreiches und hehres Leitbild gepriesene Konzept

für eine solidarische Gemeinwohl - wirtschaft.  

Dieses von allen Tribünen so oft lauthals beschworene 

aber auch so oft missbrauchte Zauberwort 

zur Übertünchung ausbeuterischer Machtverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit… 

Eine Fahne immer wieder hochgezogen 

um politische Hilflosigkeit und Verwobenheit  zu vertuschen.

 

Vielleicht wird eine neuer Weg jetzt hilfreich: die Kreislaufwirtschaft

Schon vor der Warenproduktion wird dabei überlegt, 

wie die verwendeten Rohstoffe nach dem Warenverbrauch 

wieder in den Produktionsprozess eingegliedert werden können.   

Ein Weg zu nachhaltigem Wachstum, neuen Arbeitsplätzen, Kosteneinsparungen…

Die Immer-Mehr-dynamik des Profits lebt sicher weiter. 

Den Rohstoffen und dem Planeten ginge es besser. 

Auch den arbeitenden Menschen? 

 

Habsucht

Nicht der Markt ist Schuld am Unheil so vieler Menschen. 

Es ist die Habsucht einer abgehobenen Elite,

die in der Anmaßung und dem Wahn lebt, 

die Reichtümer unserer Welt zu verwalten 

und die Wege der Menschheit zu bestimmen.

 

Für sie ist rücksichtslose Tüchtigkeit das Tor zum Erfolg;

Absolute Unterwerfung unter das Diktat des Marktes erste Bedingung;

Wachstum ohne Grenzen der notwendige Weg; 

Rendite und Profit sind die bestimmenden Ziele; 

Höchste Befriedigung verleiht ihnen das Gefühl der Macht.

 

Abgeschirmt durch maßlose Gehälter, Güter und Einkünfte, 

eingefangen in die Zirkel und Kreise der Macht 

leben sie wie auf einem fremden Planeten

wie unberührt - trotz Berichten und Bildern-

von der Not und Bitternis der Armen -

wie sie stöhnen unter Lasten 

wie sie sich winden in Unsicherheit, Angst, Armut, Elend, Hunger und Krankheit, 

wie sie rebellieren, gegen fremde, ausbeuterische Macht

wie sie verführbar sind zu Terror und Krieg

wie der Hunger sie aus ihrer Heimat treibt…

 

Diese Menschen 

hineingewoben in diese Weltsicht,

umgeben vom Glanz ihrer Tüchtigkeit,

einflussreich drehend an den Hebeln der Macht,

gesegnet von der Erde Güter,

sollen angesichts der weltweiten Krisen

einsichtig werden, sich besinnen, umkehren

den Lauf der Dinge verändern, die Stimme der Armen hören, eine gerechtere Welt ermöglichen,

eine öko-soziale Wirtschaftsordnung zulassen…

 

Ich vermag es nicht zu glauben …

 

Hier in Luxemburg ist nun endlich  das Geplänkel um die sogenannte Trennung, ich nenne es lieber Entflechtung, von Kirchen und Staat zu einem, finde ich, annehmbaren Ende gekommen. Was auch im Hintergrund unternommen wurde um dieses Ziel zu erreichen sei dahingestellt. Die Kirchen und der Staat stehen nun vor neuen Herausforderungen. Das wird längere Zeit beanspruchen und die einvernehmlichen Begabungen so mancher Politiker und Kirchenleute auf die Probe stellen. Denn die Kirchen, besonders die katholische,  sind hierzulande mit der Geschichte gewachsene und verwachsene Gebilde und haben tiefe kulturelle Wurzeln. Vereinfachungen und unüberlegtes Dahergerede werden da wenig nützen. Wir stehen vor einer Art Neustart, der die gemeinsame Zukunft von Staat und Kirchen in die Wege leitet.

Neue Strukturen sind eine Sache, eine andere ist die jeweilige Kirche selbst. Wenn sie sich nicht reformiert um lebendigen Zugang zur Existenz der aktuell lebenden und suchenden Menschen zu finden, führen die jetzt zu unternehmenden Anstrengungen in ein Schmalspur- oder Sektendasein.            

Trumpf ist das große Geld,  

durch endlos steigende Produktion und grenzenlosem Wachstum,

durch Ausbeutung von Mensch und Natur.

Wo große Rendite winkt, dahin fließt das Geld. 

Göttin Börse ist Orakel von Gut und Böse, Fortschritt oder Niedergang. 

Ihr Credo:

Dem globalisierten, hemmungslosen, schrankenlosen Markt

sollst du untertan sein, ihm allein. 

Er ist die göttliche Mutter des Wohlstands. 

Seine Wohltaten umfassen das Erdenrund. 

Wohlfahrt folgt der Spur seines machtvollen Waltens. 

So klingt das Loblied seiner Priester, Nutznießer und Vasallen. 

 

Wirtschaft braucht ungehemmte Eigeninitiative, 

entfesselter Wettbewerb, 

grenzenlose Freiheit,

den willfährigen Staat. 

Die unsichtbare, wohltätige  Hand des Marktes 

schafft schlussendlich Fortschritt für alle. 

Die sozialen Rechte stehen dem Profit im  Wege.

Soziale Sicherheitssysteme behindern das Geschäft. 

Die arbeitenden Menschen, sind Kostenfaktor;

man nennt sie Menschenkapital. 

Sie haben kompetent zu sein, dem Markt dienlich zu sein 

oder zu gehen: 

in die Arbeitslosigkeit, in Maßnahmen, in staatliche Fürsorge. 

In Angst, Unsicherheit, Armut,Verzweiflung.

Schicksal eben oder eigene Schuld… 

Verantwortung für diese sollen andere tragen: 

der Staat, die Kirchen, die Wohlfahrtsverbände.

 

Dieser Wahnsinn, Schwachsinn, Unsinn

wird die Welt ruinieren.

 

Satiren und Karikaturen gehören zur Meinung- und Pressefreiheit. Ausdrucksscharf, und witzig müssen sie sein, entlarvend, bissig, aufrüttelnd, herausfordernd... Eine Einladung wach zu bleiben, kritisch zu werden, nachzudenken.

Aber was, wenn sie nur gemein, beleidigend, erniedrigend, primitiv und geistlos sind? Wenn sie zutiefst Ehre, Würde, Gefühle missachten und verletzen?

Und, immer können sie von fundamentalistischen Fanatikern für Terrorzwecke missbraucht werden.