Da sitzen sie in ihren Roben und ehrwürdigen Posen, Berufene von ganz oben, lebenserfahren nach alter Tradition, durch und durch auf "Heil und Wohl" der Menschen ausgerichtet, beseelt von der ewigen Weisheit, in der Gewissheit übertragener Vollmachten, auserwählt nach heiligen Kriterien aber eingeschlossen in die Fänge eines erstarrten lebensfernen Systems, wo für ewig feststeht:  Eine vor Gott geschlossene Ehe kann nicht aufgelöst werden, auch wenn sie nur Leid und Qual bedeutet. Daran ist nicht zu rütteln. So steht es in der heiligen Schrift (Mk 10, 8-9). Einer zivilen Zweitehe verweigert die Kirche ( das sind die oben erwähnten) die moralische Anerkennung und qualifiziert sie als eine “irreguläre“ Situation, als „fortgesetzten Ehebruch“ oder als „hartnäckiges Verharren in einer offensichtlichen schweren Sünde", die vom Empfang der Sakramente  ausschliesst. An dieser ewigen Wahrheit kann (!) nicht gerüttelt werden. 

Also eine zivil geschlossene Zweitehe von Menschen aus dem normal menschlichen Leben wird auf diese Weise abqualifiziert obwohl die zweite Partnerschaft sich als gelebte Realität bewährt und sich - anders als die vor Gott geschlossene Ehe - als verlässliche Basis für ein dauerhaftes Zusammenleben der neuen Partner erweisen kann.

Kann man von diesen in das verordnete Zölibat eingegossenen Männern situationsgerechte, neue Schritte in dieser Angelegenheit erwarten?