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Hoffentlich wird es eine echt katholische Veranstaltung in der die hohen, berufenen Herren alle Angst voreinander überwinden, um in der Freiheit geistiger Erkenntnis und Ehrlichkeit miteinander zu reden und aufeinander hören. Vor dem Papst brauchen sie sich jedenfalls in dieser Synode nicht in Acht zu nehmen. Dieser möchte doch, dass die Synodalväter sich in einer offenen Debatte auseinandersetzen, ja streiten.

Es geht um Fragen, die das Leben und Zusammenleben der heutigen Menschen zutiefst betreffen, die aber die katholische Kirche mit einer starren und dogmatisierten Moral belegt. Diese von der Normalität menschlichen Lebens abgehobenen, durch göttliche Erwählung hochgehobenen, in barocken Gewändern sich bewegenden hochwürdigen Männer sind berufen,  sich mit den Fragen der Sexualmoral und den modernen Lebens- und Daseinsformen heutiger Menschen ordnend zu befassen: Ehen ohne Trauschein, geschiedene Ehen, Zweitehen, Patchworkfamilien, Homosexuelle Partnerschaften...

Es ist ein scharfer Konflikt, der seine Basis im Umgang mit der Heiligen Schrift und dogmatisierten als unveränderlich erklärten Festlegungen im Bereich der Familie findet. Ich bin gespannt, welchen Ablauf die Synode nehmen wird und ob sich etwas an den wie festgeeisten Fragestellungen bewegen wird. Bei mir überwiegt der Zweifel, dass sich Grundlegendes und damit für zahlreiche Christen Befreiendes an der kirchlichen Lehre verändern wird. Zu hart sind  die Fronten. Zu tief sitzen die Ängste voreinander.

Vielleicht mündet ja dieses großangelegte Geschehen wieder in einem Aufruf zum gütigen und barmherzigen Umgang mit straffälligen und deshalb ausgeschlossenen Brüdern und Schwestern. Trotzdem bleibt die Hoffnung, dass die katholische Kirche in der heutigen Welt und bei den  suchenden Menschen  ankommt.