Papstkrise

 

Wir erinnern uns an das Jahr der Barmherzigkeit. Vier Millionen Menschen bewegte Papst Franziskus mit seiner herzlichen Präsenz. Ist diese Zeit nun zu Ende? Im Vatikan tobt ein leiser Stellungskrieg. Die Opposition gegen Franziskus steht innerkatholisch extrem-rechts. Sie hält ihn für einen Kirchenverderber, der die wahre Lehre, den überkommenen Glaubensbestand nicht verteidigt und so das Christentum den heutigen Menschen samt ihren Irrtümern anpasse. So lautete der dramatische Kern der Vorwürfe. 

Bringt man das auf den Begriff, geht es um Häresie, um Verrat am Glauben. Ist dieser Papst ein Häretiker?  Vier alte  Kardinäle verkörpern die theologische Opposition. Mit ihrer unbarmherzigen Befehls- und Gehorsamstheologie  stammen sie alle aus der autoritären Zeit der vorhergehenden Päpste. Sie beschweren sich, der Papst verwässere die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe, weil er die Betroffenen selbst entscheiden lasse, ob sie der Kommunion teilhaftig werden wollen oder nicht.

Franziskus offenbart damit Stärke, weil er unter dem Label Barmherzigkeit mehr Humanität in die Kirche hineinprojiziert. Aber zeigt er nicht auch Schwäche durch sein Zaudern indem er vor heißen rechtlich wirksamen Reformen wie zum Beispiel dem Diakonamt für die Frau oder einer Freistellung der Ehelosigkeit für Priester zaudert ?